Immer mehr Schulen in RLP machen Brandbriefe an Landesregierung öffentlich
- Kategorie Pressemitteilung
- Thema Bildung
- Datum 08. Jan. 2026
Jenny Groß: Brandbriefe sind keine Banalität – Landesregierung ignoriert die Warnrufe der Schulen
„So darf die Landesregierung nicht mit unseren Lehrerinnen und Lehrern umgehen“, kritisiert die bildungspolitische Sprecherin und die stellv. Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Jenny Groß, was das Bildungsministerium mit Brandbriefen und Überlastungsanzeigen macht.
Entsprechende Dokumente aus Schulen würden von der Landesregierung „als Verwaltungsroutine behandelt“ und nicht als das, was sie sind: „deutliche Warnsignale eines überlasteten Schulsystems und Hilferufe verzweifelter Lehrkräfte“. Die Antworten auf die Kleinen Anfragen zu Brandbriefen und Überlastungsanzeigen (Drucksachen 18/13757 und 18/13756) zeigten ein System ohne Transparenz, ohne klare Kriterien und ohne politische Steuerung. Zum Thema berichtet heute auch die Rhein-Zeitung hier klicken!
„Wer Brandbriefe als Alltagsgeschäft der Schulaufsicht abtut, blendet die Realität in unseren Klassenräumen aus“, kritisiert Jenny Groß weiter. „Die Landesregierung beschreibt Abläufe, übernimmt aber keine Verantwortung für die Ursachen: Personalmangel, steigende Heterogenität und eine dauerhafte Überforderung vieler Schulen.“
Demnach werden Eingaben von Schulen und Lehrkräften überwiegend von der ADD bearbeitet. Nur Fälle mit ‚übergeordneter Bedeutung‘ erreichen das Bildungsministerium. Seit Sommer 2021 gingen laut Antwort 153 Eingaben aus Schulen ein, 140 davon wurden an das Bildungsministerium weitergeleitet. „Die Dunkelziffer derer, die sich aus Furcht vor dienstrechtlichen Konsequenzen nicht trauen, eine Anzeige zu stellen, ist hoch. Dazu passt die Aussage im Rheinpfalz-Artikel vom 3.1.26, dass Lehrkräfte sich mundtot gemacht fühlen“, erklärt Groß.
Die Landesregierung antwortet auf Brandbriefe und Überlastungsanzeigen mit Unterstützungsmaßnahmen wie Beratungsangebote, Fortbildungen, Coaching und gibt Hinweise zur effizienteren Nutzung von Personal an.
„Diese Maßnahmen greifen offenbar nicht. Sie sind reaktiv und wirken nicht präventiv. Das Ministerium weist selbst darauf hin, dass unter den Eingaben Mehrfachschreiben enthalten sind. Hier geht es nur um die Verwaltung von Mangel, nicht um dessen Beseitigung“, resümiert Groß.
Groß schlägt einen verbindlichen Umgang mit allen Brandbriefen und Überlastungsanzeigen vor:
- Alle Brandbriefe und Überlastungsanzeigen sind dem Ministerium vorzulegen.
- Alle Brandbriefe und Überlastungsanzeigen müssen regelmäßige statistisch erfasst und an den Landtag berichtet werden.
- Aufbau eines Frühwarnsystems zur frühzeitigen Erkennung von Überlastungen.
- Strukturelle Entlastung durch mehr Personal und realistische Rahmenbedingungen.
- Eine ehrliche Bestandsaufnahme aller Brandbriefe und Überlastungsanzeigen im Land.
„Wer Hilfe- und Warnrufe ignoriert, braucht sich nicht wundern, wenn das System kollabiert. Die Schulen brauchen endlich echte Entlastung und das klare Signal, dass ihre Warnrufe im Ministerium nicht auf dem Stapel landen, sondern Konsequenzen haben“, so Groß abschließend.
