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Eine Gruppe von Kita-Kindern, die zusammen mit einer Erzieherin ein Kartenspiel spielen

Die Rahmenbedingungen des Landes für die Kitas in Rheinland-Pfalz stimmen nicht. Wir planen Änderungen am Kita-Gesetz

10 Jahre Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz

Seit zehn Jahren existiert der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Ein guter Zeitpunkt, unsere Experten zu fragen, wie es um die Kita-Landschaft in Rheinland-Pfalz bestellt ist. Dazu Stellung nehmen unser kitapolitischer Sprecher Thomas Barth und die bildungspolitische Sprecherin Jenny Groß.

Thomas Barth: "Wir freuen uns über diesen Rechtsanspruch und unterstützen ihn. Die Probleme an den Kitas in unserem Land sind allerdings nicht kleiner geworden. So wie sich der Alltag in den Kitas in Rheinland-Pfalz aktuell vielerorts gestaltet, kann es nicht bleiben. Die Rahmenbedingungen des Landes stimmen schlichtweg nicht. Daher werden wir noch in diesem Jahr umfangreiche Änderungen am Kita-Gesetz vorlegen. Die Beschwerden aller Beteiligten, von Eltern über Erzieherinnen und Erziehern bis zu den Trägern sind so eklatant, dass am vermurksten Kita-Gesetz dringend nachgebessert werden muss, denn die Lage vor Ort ist enorm angespannt: Personal fehlt an allen Ecken und Enden. Burnout, Krankheit und Notgruppen sind die Folge. Nur durch eine große Kraftanstrengung von Erzieherinnen und Erziehern und allen Mitarbeitern der Kitas gelingt es vielerorts, das System und den Regelbetrieb aufrechtzuerhalten. Dafür gilt unser aller größter Dank. Für das ignorante „Weiter so“ der Ministerin haben wir kein Verständnis!"

Jenny Groß: "Das Land trägt die Hauptverantwortung an der personellen und finanziellen Misere, die im ganzen Land herrscht und die Kitas verlangen zurecht mehr Unterstützung. Neben dem Fachkräfteproblem fehlt es vor allem an der finanziellen Unterstützung für notwendige Aus- und Umbaumaßnahmen. Ministerin Hubig kann und darf sich nicht weiter wegducken und die Verantwortung auf die Kommunen und Träger schieben. So funktioniert gute Bildungspolitik nicht. Auch die Streichung der Sprachkitas in Rheinland-Pfalz ist ein großer Fehler. Eine alltagsintegrierte Sprachförderung alleine reicht nicht aus. Wir brauchen dringend eine bessere Sprachförderung als bislang – dazu gehören für uns die Sprachkitas und Sprachstandserhebungen für alle Kinder. Die jüngste Ankündigung der Ministerin, den Sprachstand nur bei Kindern zu erheben, die keine Kita besuchen, ist völlig inakzeptabel."

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