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Schüler mit Rücken zur Tafel

Anke Beilstein: Keine schöne neue Bildungswelt – Realitätsverlust bei der Bildungsministerin

Redaktionsbesuch Hubig Trierischer Volksfreund

Anke Beilstein, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, widerspricht Äußerungen der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Hubig u.a. zu Lehrermangel und Unterrichtsausfall:

„Natürlich fehlen in Rheinland-Pfalz Lehrer. Wer das Gegenteil behauptet, ignoriert die Realität. Wie die angeblich so schöne neue Bildungswelt hier im Land tatsächlich aussieht, zeigt die Studie des Regional-Elternbeirats Koblenz. Denn danach fallen pro Jahr 2,7 Millionen Unterrichtsstunden aus. Das entspricht einem Unterrichtsausfall von mehr als 9 Prozent. Umgerechnet bedeutet das einen Mehrbedarf von rd. 3000 Vollzeit-Lehrkräften beziehungsweise 4000 Teilzeitkräften, um nur die Ausfälle an Pflichtunterrichtsstunden zu kompensieren. Notwendig sind also zusätzliche Planstellen sowie erweiterte Ausbildungskapazitäten in den Studienseminaren.

Wie der Unterrichtsausfall von der Landesregierung schöngerechnet wird, zeigt unsere Große Anfrage ‚Regulierungsmethoden des Unterrichtsausfalls‘. Hier ist schon die Formulierung ‚Regulierung‘ verräterisch. Das entscheidende Stichwort lautet ‚nicht planmäßig erteilter Unterricht‘. De facto bedeutet dies, dass die Kinder bei ausfallendem Unterricht nicht nach Hause geschickt, sondern mit Notlösungen betreut werden. Im Schnitt werden an rheinland-pfälzischen Schulen rund 7,2 Prozent der Unterrichtsstunden nicht planmäßig erteilt. Dieser nicht reguläre und nicht fachliche ‚Unterricht‘ fließt natürlich nicht in die Ausfallstatistik ein. In der Praxis sieht das so aus, dass z.B. Klassen zusammengelegt werden oder Schüler beim ‚Selbstbestimmten Lernen‘ ohne Lehrkraft im Klassenzimmer bleiben. 

Fast ein Drittel der Kinder verlässt die Grundschule, ohne richtig Lesen und Schreiben zu können. Der Wissensstand rheinland-pfälzischer Schülerinnen und Schüler in Mathematik, Biologie und Chemie hat sich seit der letzten Vergleichserhebung verschlechtert und liegt unterhalb des Durchschnitts. Es gibt zu wenig Förderlehrer. Zudem gibt es keine Sprachförderung, die sich nach dem tatsächlichen Bedarf der Kinder richtet. Brandbriefe und Überlastungsanzeigen an Frau Hubig zeigen den dringenden Handlungsbedarf der Bildungsministerin.“

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